In vielen Häusern gibt es noch alte Kamine, die längst nicht mehr genutzt werden. Früher wurden sie für Holzöfen oder Heizungen verwendet, heute sind sie häufig stillgelegt oder nur noch selten in Betrieb. Trotzdem tauchen manchmal plötzlich Flecken an der Wand auf oder ein säuerlicher Geruch breitet sich im Raum aus.
Viele vermuten zunächst ein Feuchtigkeitsproblem in der Wand. In manchen Fällen steckt jedoch eine Versottung im stillgelegten Kamin dahinter. Gerade ältere Schornsteine können empfindlich auf Veränderungen reagieren, wenn sie über längere Zeit nicht mehr genutzt werden.
Feuchtigkeit und alte Ablagerungen im Kamin spielen dabei eine wichtige Rolle.
Warum stillgelegte Kamine Feuchtigkeit aufnehmen
Ein aktiver Kamin wird regelmäßig durch heiße Abgase erwärmt. Diese Wärme sorgt dafür, dass Feuchtigkeit im Schornstein verdunsten kann und die Innenflächen relativ trocken bleiben.
Wenn ein Kamin jedoch stillgelegt wird, fehlt dieser Effekt. Der Schornstein bleibt dauerhaft kühl und die Luft im Inneren bewegt sich kaum.
Dadurch kann sich Feuchtigkeit leichter im Mauerwerk sammeln. Besonders ältere gemauerte Schornsteine können Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen.
Im Laufe der Zeit kann diese Feuchtigkeit sichtbar werden.
Alte Ablagerungen im Schornstein als Ursache
In vielen alten Kaminen befinden sich noch Rückstände aus früheren Heizperioden. Dazu gehören Ruß, Teerstoffe und andere Verbrennungsreste.
Wenn Feuchtigkeit in den stillgelegten Schornstein gelangt, können diese Ablagerungen gelöst werden. Die entstehende Mischung aus Wasser und Rückständen dringt anschließend in das Mauerwerk ein.
Dadurch entstehen die typischen gelblichen oder bräunlichen Flecken am Kamin. Auch ein säuerlicher Geruch kann auftreten.
Diese Veränderungen zeigen sich häufig erst nach längerer Zeit.
Weitere Faktoren bei alten Kaminen
Neben alten Ablagerungen können auch äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Wenn ein Kamin nicht mehr genutzt wird, fehlt häufig auch die regelmäßige Kontrolle des Schornsteins.
Regenwasser kann in manchen Fällen über die Schornsteinöffnung eindringen. Auch Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenluft können Feuchtigkeit im Kamin begünstigen.
Weitere mögliche Faktoren sind:
- fehlende Luftzirkulation im Schornstein
- kaltes Mauerwerk im Winter
- alte Rußablagerungen
- offene Schornsteinöffnungen
Diese Bedingungen können dazu führen, dass sich Feuchtigkeit im Schornstein sammelt.
Typische Fehlversuche bei stillgelegten Kaminen
Wenn Flecken am ehemaligen Kamin sichtbar werden, greifen viele zunächst zu Farbe oder neuem Putz. Dadurch lassen sich die Verfärbungen zwar kurzfristig überdecken, doch die Ursache bleibt bestehen.
Die Feuchtigkeit im Schornstein kann weiterhin im Mauerwerk vorhanden sein. Dadurch können sich die Flecken nach einiger Zeit erneut durch die Oberfläche zeigen.
Auch das vollständige Verschließen der Kaminöffnung wird manchmal als Lösung versucht. Ohne ausreichende Belüftung kann sich jedoch weiterhin Feuchtigkeit im Schornstein sammeln.
Was im Alltag wirklich hilft
Um zu prüfen, ob sich im Mauerwerk eines stillgelegten Kamins bereits Feuchtigkeit gesammelt hat, kann ein Schornstein Feuchtigkeitsmessgerät helfen, mit dem sich erhöhte Feuchtigkeitswerte im Schornstein frühzeitig erkennen lassen.
Kurzfazit
Auch ein stillgelegter Kamin kann von Versottung betroffen sein. Ohne regelmäßige Nutzung bleibt der Schornstein kühl und Feuchtigkeit kann sich leichter im Mauerwerk sammeln.
Alte Rußablagerungen reagieren dann mit dieser Feuchtigkeit und verursachen typische Flecken oder Gerüche im Raum. Besonders ältere gemauerte Schornsteine sind dafür anfällig.
Wer Veränderungen am stillgelegten Kamin bemerkt, sollte den Zustand des Schornsteins genauer prüfen.
Häufige Fragen
Kann ein stillgelegter Kamin wirklich versotten?
Ja, auch ohne aktiven Betrieb kann Feuchtigkeit in einen alten Schornstein eindringen und mit vorhandenen Ablagerungen reagieren.
Warum entstehen Flecken an einem ungenutzten Kamin?
Feuchtigkeit kann alte Ruß- und Teerablagerungen lösen. Diese Mischung kann in das Mauerwerk eindringen und Verfärbungen verursachen.
Ist ein stillgelegter Kamin anfällig für Feuchtigkeit?
Ja, ohne regelmäßige Erwärmung bleibt der Schornstein kühl und kann leichter Feuchtigkeit aufnehmen.
Wie erkennt man Versottung in einem alten Kamin?
Typische Hinweise sind gelbliche Flecken, feuchte Stellen im Putz oder ein säuerlicher Geruch im Raum.
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