Braune, gelbliche oder grau-schwarze Flecken rund um den Kamin oder auf dem Putz daneben – wer sie einmal hat, weiß wie hartnäckig sie sein können. Normale Wandfarbe hilft nicht. Reinigungsmittel auch nicht. Und manchmal kommen sie zurück, selbst wenn man eigentlich alles richtig gemacht hat.
Das liegt an der Zusammensetzung dieser Flecken. Es sind keine gewöhnlichen Schmutzspuren.
Was diese Flecken wirklich sind
Versottungsflecken entstehen, wenn Kondenswasser im Schornstein Verbrennungsrückstände – Teersäuren, Ruß, gelöste Salze – aufnimmt und diese Verbindung durch den Putz nach außen drückt. Was an der Wand sichtbar wird, sind also chemisch aktive Rückstände, die tief im Material stecken.
Das erklärt, warum man sie nicht einfach abwischen oder abschleifen kann. Die Verfärbung sitzt nicht nur an der Oberfläche. Sie sitzt im Putz. Manchmal auch im Stein dahinter.
Schritt 1: Aktive Feuchtigkeit ausschließen
Bevor irgendetwas unternommen wird, muss eine Frage beantwortet sein: Ist die Versottung noch aktiv?
Wenn der Fleck wächst, wenn der Putz feucht wirkt oder muffig riecht, wenn sich beim Drücken Material ablöst – dann ist die Ursache noch nicht behoben. In diesem Fall hat jede kosmetische Maßnahme keinen Bestand. Die Feuchtigkeit kommt zurück, und mit ihr der Fleck.
Erst wenn die Ursache behoben ist und der Bereich vollständig getrocknet ist, macht der nächste Schritt Sinn. Wie lange das dauert, hängt von der Tiefe des Schadens und der Raumbelüftung ab – oft mehrere Wochen.
Schritt 2: Losen Putz entfernen
Wenn der Putz im betroffenen Bereich aufgequollen ist, Blasen wirft oder sich ablöst, muss er weg. Darüber zu streichen oder zu spachteln bringt nichts – die Haftung ist hin, und jede neue Schicht löst sich früher oder später wieder ab.
Loser Putz wird großzügig abgeklopft. Nicht nur der sichtbar beschädigte Teil, sondern auch der Bereich drumherum, der hohl klingt. Hohlstellen erkennt man durch leichtes Abklopfen – der Klang verändert sich spürbar.
Danach: neu verputzen, trocknen lassen.
Schritt 3: Sperrgrundierung auftragen
Das ist der entscheidende Schritt, den viele überspringen. Eine Sperrgrundierung – auch Fleckensperre oder Isoliergrundierung genannt – verhindert, dass gelöste Salze und Teerrückstände durch die neue Farbe bluten.
Hier lohnt sich keine Sparversion. Lösemittelbasierte Sperrgrundierungen haben in der Regel bessere Sperreigenschaften als wasserbasierte. Das Produkt sollte explizit für Nikotin-, Teer- oder Salzflecken geeignet sein – solche Produkte gibt es im Fachhandel.
Auftragen, vollständig trocknen lassen. Erst dann weitermachen.
Schritt 4: Abschluss mit geeigneter Farbe
Nach der Sperrgrundierung kann mit einer normalen Wandfarbe oder Kalkfarbe gestrichen werden. Kalkfarbe hat dabei den Vorteil, dass sie diffusionsoffen ist und Restfeuchte besser verarbeitet – das ist in Kamminnähe kein Nachteil.
Wichtig: nicht zu früh streichen. Wenn die Grundierung noch nicht vollständig durchgehärtet ist, zieht die Farbe ungleichmäßig an.
Was bei tief sitzenden Flecken hilft
Bei sehr tief sitzenden Verfärbungen – etwa wenn der Schornstein über Jahre versottet war – reicht eine einzelne Sperrgrundierung manchmal nicht. In solchen Fällen hilft ein zweiter Anstrich der Grundierung, bevor die Deckfarbe kommt.
Wenn der Fleck nach allem immer noch durchkommt, liegt das Problem meist darin, dass der Putz noch nicht vollständig getrocknet ist. Geduld hilft hier mehr als ein weiteres Produkt.
Wer die Versottung an der Wand behoben hat, aber noch unsicher ist, ob der Schornstein selbst sanierungsbedürftig ist, findet unter Kaminversottung sanieren eine Übersicht der gängigen Methoden. Und wer den Schaden zuerst richtig einschätzen möchte, kann mit einem Feuchtigkeitsmessgerät für den Schornstein prüfen, ob im Mauerwerk noch Restfeuchte steckt.