Beim Heizen mit dem Kamin fällt manchmal erst nach einiger Zeit etwas auf. Rund um den Schornstein entstehen dunkle Flecken oder die Wand wirkt leicht feucht. Häufig liegt die Ursache nicht am Kamin selbst, sondern am Brennholz.
Feuchtes Brennholz enthält viel Wasser. Beim Verbrennen verdampft diese Feuchtigkeit und gelangt als Wasserdampf in den Rauch. Wenn der Wasserdampf im Schornstein abkühlt, entsteht Kondenswasser.
Diese Feuchtigkeit verbindet sich mit Ruß und Verbrennungsrückständen. Die Mischung kann anschließend in das Mauerwerk eindringen und eine Versottung verursachen.
Warum feuchtes Holz ein Problem für den Schornstein ist
Holz besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Frisch geschlagenes Holz kann mehr als die Hälfte seines Gewichts als Feuchtigkeit enthalten.
Beim Verbrennen muss dieses Wasser zuerst verdampfen. Dadurch entstehen große Mengen Wasserdampf im Abgas.
Wenn die Rauchgase im Schornstein stark abkühlen, erreicht der Wasserdampf schnell den Taupunkt. In diesem Moment beginnt er zu kondensieren.
Die entstehenden Wassertröpfchen setzen sich an der Schornsteinwand ab und können in das Mauerwerk eindringen.
Wie feuchtes Brennholz Versottung verursacht
Versottung entsteht meist nicht plötzlich. Sie entwickelt sich langsam, wenn sich im Schornstein regelmäßig Kondenswasser bildet.
Feuchtes Brennholz verstärkt dieses Problem erheblich. Die zusätzliche Feuchtigkeit im Abgas erhöht die Menge an Kondenswasser im Schornstein.
Gleichzeitig brennt nasses Holz weniger heiß. Dadurch sinkt die Abgastemperatur zusätzlich.
Diese Kombination sorgt dafür, dass Wasserdampf besonders schnell kondensiert. Über längere Zeit kann sich dadurch eine Versottung im Schornstein entwickeln.
Typische Hinweise auf feuchtes Brennholz sind:
- Holzstücke wirken schwer und kalt
- beim Verbrennen entsteht viel Rauch
- das Feuer brennt unruhig
- Holz zischt oder knistert stark
Solche Zeichen deuten darauf hin, dass das Holz noch zu viel Restfeuchtigkeit enthält.
Wie trockenes Brennholz richtig gelagert wird
Damit Brennholz sauber verbrennt, muss es ausreichend trocknen. Frisch geschlagenes Holz sollte meist mindestens ein bis zwei Jahre gelagert werden.
Während dieser Zeit verdunstet ein großer Teil der enthaltenen Feuchtigkeit. Das Holz wird leichter und lässt sich besser entzünden.
Auch die Lagerung spielt eine wichtige Rolle. Holz sollte möglichst luftig gestapelt werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Eine kleine Checkliste hilft bei der richtigen Lagerung:
- Holz an einem gut belüfteten Ort lagern
- Brennholz vor Regen schützen
- Holz nicht direkt auf den Boden legen
- Holzstapel locker aufbauen
Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass das Holz ausreichend trocknet.
Typische Fehlversuche beim Heizen mit Holz
Wenn der Kamin schlecht brennt oder viel Rauch entsteht, versuchen manche, das Problem durch stärkeres Anheizen zu lösen. Häufig wird mehr Holz nachgelegt oder die Luftzufuhr stark geöffnet.
Das führt jedoch nicht immer zu einer besseren Verbrennung. Feuchtes Holz bleibt auch bei stärkerem Feuer ein Problem.
Ein anderer häufiger Fehler besteht darin, frisch geschnittenes Holz direkt zu verwenden. Besonders nach Gartenarbeiten oder Holzfällarbeiten wird dieses Holz manchmal sofort im Kamin verbrannt.
Dadurch gelangt besonders viel Feuchtigkeit in den Schornstein.
Was im Alltag wirklich hilft
Um das Risiko für Kondenswasser besser einschätzen zu können, kann ein Schornstein Kondenswasser Thermometer helfen, mit dem sich prüfen lässt, ob die Abgase im Kamin ausreichend heiß bleiben.
Kurzfazit
Feuchtes Brennholz gehört zu den häufigsten Ursachen für Versottung im Kamin. Beim Verbrennen entsteht viel Wasserdampf, der im Schornstein kondensieren kann.
Die entstehende Feuchtigkeit verbindet sich mit Ruß und dringt in das Mauerwerk ein. Dadurch entstehen die typischen Flecken und Gerüche einer Versottung.
Wer trockenes Brennholz verwendet und auf eine gute Lagerung achtet, kann das Risiko für Feuchtigkeit im Schornstein deutlich reduzieren.
Häufige Fragen
Wie trocken muss Brennholz für den Kamin sein?
Brennholz sollte möglichst gut getrocknet sein. Frisch geschlagenes Holz enthält zu viel Feuchtigkeit und kann beim Verbrennen Probleme im Schornstein verursachen.
Kann feuchtes Holz den Schornstein beschädigen?
Ja, feuchtes Holz produziert viel Wasserdampf. Dieser kann im Schornstein kondensieren und Versottung verursachen.
Woran erkennt man feuchtes Brennholz?
Typische Hinweise sind stark rauchendes Feuer, zischende Holzstücke oder eine unruhige Flamme.
Wie lange sollte Brennholz trocknen?
Je nach Holzart dauert die Trocknung meist ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit verliert das Holz einen großen Teil seiner Feuchtigkeit.